Gesellschaft
Maoris und europäische Einwanderer prägen die Gesellschaft
Wer aus Deutschland nach Neuseeland kommt, ist sicherlich auch an der Gesellschaft dort interessiert, daran, wie die Einheimischen miteinander umgehen, was sie von den Deutschen unterscheidet und was man beachten muss, damit man im Land nicht in irgendein Fettnäpfchen tritt.
Zu sehr verallgemeinern sollte man nicht, wenn man von Neuseeland und den Neuseeländern spricht. Dafür sind auch die Einwohner Neuseelands viel zu unterschiedlich. Neuseeland hat allerdings den Ruf, von freundlichen Menschen bevölkert zu sein. Und das sagen nicht nur Touristen, die oftmals sowieso alles durch eine rosa Brille sehen.
Grob lässt sich die neuseeländische Gesellschaft in zwei Gruppen aufteilen: Die Maori, die ersten Einwanderer auf die Inseln und die Nachfahren der später gekommenen europäischen Kolonialherren. Letztere machen den größten Teil der Bevölkerung aus, sie sind die Neuseeländer, oder Kiwis, par excellence.
Bekannt ist die neuseeländische Gesellschaft dafür, dass das Leben in ihr etwas ruhiger angegangen wird als man das aus Europa oder den USA gewohnt ist. Hektik ist in der Gesellschaft Neuseelands eher unbekannt - man nimmt sich lieber Zeit und stellt Arbeit und beruflichen Erfolg nicht über alles. Dies sollte auf jeden Fall bedenken, wer in Neuseeland ins Business einsteigen und mit Neuseeländern Geschäfte machen bzw. sie als Mitarbeiter anstellen möchte.
Die Maori in der Gesellschaft Neuseelands
Die Maori (sprich: Mauris) bestehen aus einer Anzahl von verschiedenen Stämmen, die vor rund 800 Jahren mit Kanus nach Neuseeland „eingewandert" sind. Man ist sich immer noch nicht sicher, woher sie genau kamen. Manchmal wird eine mystische Insel mit dem Namen Hawaiiki genannt (wahrscheinlich handelt es sich hier um die Inselgruppe der Marquesas). Es existieren zahlreiche Mythen um die Ankunft der Maori in Neuseeland. Man spricht heute von sieben Kanus, die von sieben Häuptlingen gesteuert an der Küste von Northland gestrandet sind. die Maori pflegten ihre Kultur und Gesellschaft ungestört, bis im 18. Jahrhundert die vorwiegend angelsächsischen Kolonialherren kamen.
In der Gesellschaft der Maori wird besonders der spirituelle Aspekt des Lebens betont. Die Vorfahren spielen eine sehr große Rolle. Ein stets konfliktloses Leben führten die Maori allerdings in der Vergangenheit nicht; es gab blutige Kriege zwischen den Stämmen. Die kunsthandwerklichen Fähigkeiten, vor allem die Schnitzereien und Webarbeiten, der Maori waren beachtlich und sind es bis heute. Viele Dinge des Alltagslebens wurden reich verziert. Sie werden mittlerweile oft in Museen ausgestellt. Die Museen in Auckland und Hamilton besitzen beispielsweise eine große Sammlung an Maori-Kunst.
Mit den Weißen kamen auch die Missionare. Sie interpretierten die ursprüngliche Spiritualität der Maori-Gesellschaft als Heidentum, das ausgemerzt werden musste. Zudem folgten in Neuseeland Kämpfe um Landbesitz. Im Jahr 1840 wurde die sogenannte Treaty of Waitangi (der Friedensvertrag von Waitangi) geschlossen. Das noch immer umstrittene Dokument bildet die Grundlage der neuseeländischen Verfassung. Über 500.000 Maori leben heute in Neuseeland, die meisten von ihnen (9 von 10) auf der Nordinsel, davon wiederum die meisten an der Ostküste in und nahe bei der Stadt Gisborne sowie in Northland in und nahe bei der Stadt Kataia. Die Stadt, die einen besonders großen Anteil von Maori stellt, ist Manukau bei Auckland (1 von 12).
Nur ein Viertel der Maori spricht noch die Muttersprache. In den letzten Jahrzehnten ist die Maori Kultur aber wieder mehr zum Leben erwacht. Die Sprache der Maori wird wieder mehr gesprochen und unterrichtet. Damit wächst auch ihre Bedeutung für die neuseeländische Gesellschaft.
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